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Energieversorgung der Zukunft - Strom, Wärme und Kraftstoffe aus Biomasse



Seit cirka 700.000 Jahren nutzt der Mensch die Verbrennung von Holz zur Herstellung von Feuer, das als Wärmeträger zum Kochen von Mahlzeiten und als Heizquelle dient. Heutzutage werden neben Holz als Energieträger andere Formen der Biomasse verwendet, die zur Generierung von Bioenergie zum Einsatz gebracht werden. Biomasse ist der vielseitigste erneuerbare Energieträger. Er kann als fester, flüssiger oder gasförmiger Bioenergie-Träger zur Bereitstellung von Wärme, zur Stromerzeugung oder als Kraftstoff eingesetzt werden.

Biomasse in flüssiger, gasförmiger und fester Form

Anders als die fossilen Energieträger wie beispielsweise Kohle, Erdöl oder Erdgas, deren Ressourcen sich in Jahrmillionen gebildet haben und immer knapper werden, ist Biomasse durch den natürlichen Kreislauf ein nachwachsender Rohstoff. Als einsetzbare Biomasse zählen alle Stoffe organischer Herkunft. Verwendet werden vor allem Holz, Stroh, Mais, Getreide, Zuckerrüben, Raps, Biogas, Pflanzenöle, Bioabfälle, Exkremente, aber auch Algen.

Die Sonne liefert mit ihrer Strahlung den Motor für das Wachstum der Pflanzen und treibt die Photosynthese an. Dabei wird CO2 aus der Luft verbraucht, die bei der energetischen Nutzung (meist Verbrennung) der Biomasse wieder freigesetzt wird. So ist der CO2-Kreislauf geschlossen, und der Treibhauseffekt wird nicht zusätzlich gefördert.

Multitalent Bioenergie:  Erzeugung von Wärme, Strom und Kraftstoffen

Biomasse liefert Bioenergie. Diese ist vielseitig einsetzbar und produziert Kraftstoffe, Wärme und Strom. Von den Erneuerbaren Energien bildet die Bioenergie damit das größte Potenzial zur Energiegewinnung.

Wärme: In Heizkraftwerken wird Wärme gewonnen, was traditionellerweise und immer noch mit der Verbrennung von Holz geschieht.

Biomasse deckt cirka 5% des gesamten Energiebedarfs im Wärmemarkt ab und liefert dabei über 90% der Wärme aus Regenerativen Energien. Dabei hat sich die Nachfrage besonders nach Pelletheizungen in Privathaushalten signifikant gesteigert. Biomasse wird auch in der so genannten Kraft-Wärme-Kopplung eingesetzt. Dies bedeutet, dass im Kraftwerk gleichzeitig Strom und Wärme erzeugt wird.

Strom: Im Vergleich zur Wärmegewinnung aus Biomasse ist die Stromerzeugung aus Biomasse relativ jung. Mit dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) und der Biomasseverordnung (BiomasseV) wurden erfolgreich die Grundlagen für einen verstärkten Ausbau der Anlagen in Deutschland geschaffen. Viele Kraftwerke befinden sich im Aufbau und in der Planung. Die gebräuchlichste Art, Strom zu gewinnen, ist im Kessel durch die Dampferzeugung aus Verbrennung fester Biomasse. Biomasse anstelle von Kohle sozusagen, da die Technik dieselbe der eines Kohlekraftwerkes ist. Eine weitere Möglichkeit, die in den letzten Jahren kräftig zugelegt hat, ist die Stromerzeugung in Turbinen aus Biogas, das nach der Vergasung von Biomasse (Futterreste, Mais, Fäkalien) entsteht. In Zukunft wird die Brennstoffzelle dazu beitragen, die Verstromung von Biogas effizienter als bisher zu gestalten und die Stromausbeute deutlich zu erhöhen.

Im Jahr 2005 lag die Stromproduktion aus fester Biomasse und Biogas in Deutschland bei 13,1 Milliarden Kilowattstunden, was eine Quote von 2,2% des gesamten Stromverbrauchs und damit einen Zuwachs von knapp 40% gegenüber 2004 darstellt.

Kraftstoffe: Biokraftstoffe wie Biodiesel, Pflanzenöl, Ethanol, Biomethan oder die neuen synthetischen Biomass-to-Liquid (BtL)-Kraftstoffe sind in aller Munde, nicht zuletzt, weil herkömmlicher Kraftstoff immer teurer wird und der Verkehr mit rund 20% des CO2-Ausstoßes weltweit die Umwelt verschmutzt. Der Absatz von Biokraftstoffen boomt. 2005 hat sich der Verbrauch auf 2 Millionen Tonnen verdoppelt. Die EU-Richtlinie zur „Förderung der Verwendung von Biokraftstoffen im Verkehrssektor“ sieht vor, dass bis 2010 der Kraftstoffbedarf zu 5,75% von erneuerbaren Biokraftstoffen abgedeckt sein soll. Momentan liegt der Wert bei 3,4%. Investitionen vor allem in der Herstellung von synthetischen Biokraftstoffen bergen große Potenziale.

Die deutsche Bioenergie-Industrie

Die Bioenergie leistete in Deutschland im Jahr 2005 den größten Beitrag aller Regenerativen Energien zum Energieendverbrauch. Mit einem Gesamt-Umsatz von 5,9 Milliarden Euro sind knapp 57.000 Menschen in der Bioenergie-Branche beschäftigt, und es bieten sich weiterhin große Potenziale im Arbeitsmarkt.

Der Bundesverband BioEnergie geht von einem Schätzwert aus, nach dem die Bioenergie bis 2030 mindesten 15% des Primärenergiebedarfs in Deutschland an Strom, Wärme und Kraftstoffen decken kann und dadurch bis zu 200.000 neue Arbeitsplätze entstehen können.


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Bio-Kraftstoffe werden künftig besteuert! Das am 1. August verabschiedete Energiesteuer-Gesetz sieht für Biodiesel eine Steuer von ab sofort 9 ct pro Liter vor, Pflanzenöle werden ab 2008 mit 10 ct pro Liter besteuert. Beide Spritarten sollen bis 2012 durch jährliche Anpassung einen Steuersatz von 45 ct pro Liter erreichen. Beigemischte Kraftstoffe werden ab 2007 voll besteuert.