7. September 2006
„Sauberer kann Strom nicht sein“
Siemens und Wiener Wasserwerke: Ökostrom für 1.000 Wiener Haushalte.
„Sauberer kann Strom nicht sein“, betonte Umweltstadträtin Ulli Sima anlässlich der gemeinsam mit Brigitte Ederer, Vorsitzende des Vorstands der Siemens AG Österreich, vorgenommenen Eröffnung des Trinkwasser-Kraftwerks Mauer in Wien-Liesing. Das Trinkwasser der II. Wiener Hochquellenleitung legt auf seinem Weg vom steirischen Hochschwab in die Bundeshauptstadt rund 200 Kilometer zurück. Durch den Höhenunterschied von 361 Metern ist dies im natürlichen, freien Gefälle ohne den Einsatz von Pumpen möglich. In Wien angelangt, musste die Gravitationsenergie des Wassers bisher mechanisch vernichtet werden, um den optimalen Druck für das Leitungssystem zu erreichen.
Strom aus Trinkwasser-Kraftwerk. Sima: „Mit dem neuen Trinkwasser-Kraftwerk gehört das der Vergangenheit an. Die überschüssige Energie des Hochquellenwassers wird zu Ökostrom, selbstverständlich ohne die hervorragende Qualität des Wiener Trinkwassers zu beeinträchtigen. Das neue Kraftwerk, das 1.000 Wiener Haushalte mit Strom aus erneuerbarer Energie versorgt, leistet einen Beitrag zur Steigerung des Ökostromanteils in Wien und zur Erreichung des ehrgeizigen Klimaschutzprogramms, das sich die Stadt gesetzt hat.“
Kooperation Siemens und Wasserwerke. Realisiert wurde das Trinkwasser-Kraftwerk Mauer, das jährlich rund drei Millionen Kilowattstunden Strom liefert, in Zusammenarbeit der Wiener Wasserwerke mit der Siemens AG Österreich. Vorsitzende des Vorstands Brigitte Ederer: „Siemens ist seit vielen Jahren an Projekten rund um die Wiener Wasserversorgung beteiligt. Mit dem Trinkwasser-Kraftwerk Mauer konnten wir einmal mehr eine maßgeschneiderte Lösung anbieten. Das betrifft nicht allein die technische Umsetzung sondern auch das innovative Finanzierungskonzept. Dadurch ist eine Win-Win-Situation für alle Beteiligten entstanden.“
Wiener Wasserwerke: Ökostrom seit 75 Jahren
Die Erzeugung von Strom aus Trinkwasser hat bei den Wiener Wasserwerken große Tradition. Die entlegenen Orte in den Quellgebieten der Hochquellenleitungen hatten lange Zeit keine Chance, an die weit entfernten Stromnetze angeschlossen zu werden. In den 30er-Jahren des vorigen Jahrhunderts begann man, die durch den Bau der Wasserversorgung entstandenen kurzen und steilen Gefällestufen vorerst für die Stromversorgung der lokalen Bevölkerung zu nutzen. So entstanden zwischen 1930 und 1936 die vier Kraftwerke im steirischen Wildalpen. In den Quellschutzgebieten und entlang der beiden Hochquellenleitungen erzeugen heute 13 Trinkwasserkraftwerke pro Jahr rund 65 Millionen Kilowattstunden an elektrischer Energie - damit könnte der Strombedarf einer Stadt wie St. Pölten gedeckt werden.
Quelle: Siemens AG Österreich