10. October 2006
Gesichtspflege für Gebäude
Ästhetische und funktionale Vorteile neuer Fassaden.
 | |
“My home is my castle“ – dieses Sprichwort nehmen viele Hauseigentümer zu wörtlich und verstecken ihr Gebäude hinter fensterlosen, grauen Außenwänden wie aus dem Mittelalter. Doch die Haut des Hauses ist im Idealfall ein sinnliches Erlebnis. „Die Fassade wird als gestaltendes Element in der Architektur immer wichtiger“, sagt der Geschäftsführer des Verbandes der Fenster- und Fassadenhersteller (VFF), Ulrich Tschorn. Doch nicht nur für die Optik, auch für den Energiehaushalt und den Wohnkomfort des Hauses stehen Fassaden gerade. Dabei können Glasfassaden immer öfter auch bei Wohngebäuden glänzen. „Eine repräsentative Fassade ist wie ein bekanntes Markenzeichen. Sie hebt das Gebäude aus der Masse heraus und garantiert damit nachhaltig die Attraktivität und den Wert der Investition“, ergänzt Tschorn. Zugleich verbessert eine funktionelle Fassade das Wohnklima, denn sie schützt im Sommer vor Wärme, im Winter vor Kälte. Zudem sorgt sie für ausreichend Luft und natürliches Tageslicht. Das gilt für die Büroarchitektur ebenso wie für Wohngebäude.
Schon kleine Maßnahmen wie neue Fenster mit farbigen Fensterrahmen können dem Gebäude ein „geliftetes“ Gesicht geben. Ein Austausch veralteter Fenster ist immer sinnvoll und wirkt sich im Gegensatz zu einem bloßen Anstrich positiv auf die Energiebilanz aus. Selbst eine komplette Fassadensanierung ist meist weniger aufwändig, als man denkt.
Fassade mit Glasbauelementen
Ein starker Trend ist die Ergänzung und Erweiterung der Fassade mit Glasbauelementen. Bodentiefe Fensterflächen und Oberlichter sowie gläserne Funktionselemente schaffen Transparenz und eine offene, kommunikative Atmosphäre. So kann Mauerwerk ohne tragende Funktion etwa im Eingangsbereich durch eine gläserne Treppenhaus-Verkleidung ersetzt oder ein Wintergarten als praktizierte Erlebnisarchitektur angebaut werden. Das Sonnenlicht lässt sich auch noch auf andere Weise einfangen - zum Beispiel durch in die Fassade integrierte Photovoltaik-Module zur Stromerzeugung und Thermokollektoren zur Warmwasserbereitung.
Energieeffizienz der Glasfassade
Hinsichtlich der Energieeffizienz hat die Glasfassade den Vorsprung des Mauerwerks nach Ansicht von Experten ohnehin längst aufgeholt; ist Glas doch der einzige Baustoff, der solare Energiegewinne möglich macht. Da die Sonnenwärme aber je nach Gebäudenutzung und Jahreszeit mal mehr, mal weniger erwünscht ist, lässt sich bei der vor Witterungseinflüssen schützenden, transparenten Außenhülle ein variabler Sonnenschutz anbringen. Elegante Lösungen sind Isolierglas-Elemente, bei denen die Jalousien in den Scheibenzwischenraum integriert sind, oder auch spezielles Sonnenschutz-Isolierglas.
Quelle: Verband der Fenster- und Fassadenhersteller e.V.