21. February 2007
Das Ende der Glühbirne
Die Tage der herkömmlichen Glühbirnen scheinen gezählt. In Zukunft könnten uns organische Leuchtdioden als Lichtquellen dienen. Das EU-Projekt OLLA, das diese Technologie weiter entwickelt, erreichte jetzt einen Meilenstein.
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Bei dem auf vier Jahre angesetzten 20 Millionen Euro-Projekt konnte jetzt für die organische Leuchtdiode, die so genannten Organic Light-Emmitting-Diode (OLED) eine Lebensdauer von 5.000 Stunden und eine Lichtausbeute von über 20 Lumen erreicht werden, berichtet Projektleiter Peter Visser.
Die OLEDs sollen die Technik der Beleuchtung revolutionieren und vor allem die Lebensdauer von Beleuchtungskörpern verlängern sowie deren Energieeffizienz erhöhen. Die OLEDs als Lichtquelle der Zukunft sind mit einer Stärke von knapp einem Millimeter sehr flach und leicht und lassen sich fast überall anwenden. "Lediglich dort, wo eine gezielte Punktquelle gebraucht wird, ist sie nicht optimal geeignet", erklärt Visser. Gut geeignet sind sie allerdings als Deckenbeleuchtung - und da auch deshalb, weil sich farblich abgestimmtes Licht damit herstellen lässt. "Ziel von OLLA war die Entwicklung eines Beleuchtungskörpers mit einer Lebensdauer von 10.000 Stunden - das ist zehn Mal länger als eine herkömmliche Glühbirne - und einer Lichtausbeute von 50 Lumen pro Watt", so Visser.
Hinsichtlich der optischen Gestaltung der neuen Lichtquellen sieht Visser eine Vielzahl von Möglichkeiten. "Der OLED-Design-Contest hat deutlich gemacht, dass das Interesse sehr groß ist", bestätigt der Projektleiter. Hier wurden Ideen aufgezeigt, welche Möglichkeiten es mit OLEDs gebe. "Auch seitens der Architekten gab es positives Feedback", bestätigt der Forscher. Dass die Tage der guten alten Glühbirne gezählt sind, bestätigt Visser, denn auch Philips plane in etwa zehn Jahren den Produktionsstopp. "Ein Verbot wie es in Australien geplant ist, wird schwer durchsetzbar sein", meint der Forscher. Dass moderne Technologien immer weiter Fuß fassen, stehe außer Frage. In China würden bei Neuplanungen von Städten und Stadtteilen generell andere Beleuchtungsarten ins Auge gefasst. "Auch bei der Straßenbeleuchtung kommen zunehmend effizientere Lichtröhren zum Einsatz", so Visser. Im Grunde genommen sei es nur eine Frage der Zeit, wann die Glühbirne endlich verschwindet.
Derzeit werden jährlich rund zwei Milliarden Glühlampen in der EU verkauft, 75 Prozent davon an private, der Rest an kommerzielle Nutzer, berichtet Philips. 80 Prozent der Beleuchtung in privaten Haushalten besteht immer noch aus Glühlampen. Bei einem Wechsel zu Energie sparenden Lösungen könnten europäischen Verbraucher rund fünf bis acht Milliarden Euro pro Jahr sparen, rechnet Philips vor. Zudem könnten rund 20 Millionen Tonnen CO2 pro Jahr eingespart werden. Philips möchte die Debatte über die Abschaffung der klassischen Glühlampen im Rahmen der Beratungen über die neue EU-Richtline für Ökodesign (EUP) führen. Das Ergebnis der Initiative würde dabei helfen, das Ziel der EU, bis zum Jahr 2020 rund 20 Prozent der in Europa benötigten Energie einzusparen, zu erfüllen.
Quelle: pressetext