3. May 2007
Klimaneutraler Strom und Wärme durch Klärschlamm?
In Bayern startet derzeit ein neues Umweltinnovationsprogramm, das vom Staat mit 2,5 Millionen unterstützt wird. Die Regionale Klärschlammverwertungs-GmbH in Dinkelsbühl plant die Errichtung eines Frischholz-Heizkraftwerks in Kombination mit einer thermischen Mineralisierungsanlage zur Klärschlammentsorgung.
In der Pilotanlage wird der Klärschlamm nach Vortrocknung durch thermische Zersetzung (Pyrolyse) mineralisiert und somit verwertungsfähig gemacht. Das dabei entstehende Schwelgas wird zur Trocknung des für das Blockheizkraftwerk benötigten Restholzes aus der Waldwirtschaft verwendet. Die Abwärme aus dem Heizwerk dient wiederum zur Vortrocknung des Klärschlamms. Insgesamt werden durch das Vorhaben über 40 000 Tonnen Kohlendioxid eingespart. Durch die regionale Klärschlammverwertung reduziert sich das Transportaufkommen um über 350 000 Kilometer pro Jahr.
Sigmar Gabriel: „Wir brauchen Alternativen zur landwirtschaftlichen Klärschlammverwertung. Das innovative Pilotprojekt in Dinkelsbühl reduziert den CO2-Ausstoß stärker und führt zu geringerem Verkehrsaufkommen als andere Entsorgungslösungen. Außerdem trägt es zur klimaneutralen Strom- und Wärmeversorgung bei. Ein Beispiel, das dort Schule machen sollte, wo eine landwirtschaftliche Klärschlammverwertung nicht erfolgen kann.“
Im Bundesumweltministerium haben darüber hinaus erste Gespräche zur geplanten Novellierung der aus dem Jahr 1992 stammenden Klärschlammverordnung stattgefunden. Fachleute aus Wirtschaft und Landwirtschaft sowie Vertreter von Behörden und Verbänden haben dabei verschärfte Anforderungen an die künftige Klärschlammverwertung sowie auch Alternativen zum Einsatz von Klärschlämmen in der Landwirtschaft erörtert.
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