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14. November 2007

Was bedeutet der Klimawandel für den Skitourismus?

In dem vom Land Österreich in Auftrag gegebenen Projekt STRATEGE haben ein Forscherteam die eventuellen Konsequenzen untersucht, die der Klimawandel für die österrechischen Alpen haben könnte. Anpassungen an die Temperatur-Szenarios bis zum Jahr 2030 bleiben nicht aus, um den Skitourismus zu erhalten.

Foto: Beschneiungsanlage Schaufelberg, Kaprun
Foto: Beschneiungsanlage Schaufelberg, Kaprun

Eine etwaige Panikmache bezüglich der Zukunft der österreichischen Schigebiete ist angesichts der klimatischen Entwicklung unangebracht. Zu diesem Schluss kommt das vom Bundesministerium für Wissenschaft und Forschung finanzierte proVision-Projekt STRATEGE, das unter der Führung der Universitätsprofessorin Ulrike Pröbstl der Universität für Bodenkultur gemeinsam mit einem interdisziplinären Forschungsteam und Partnern aus der Seilbahnwirtschaft Klimamodelle, Regionalanalysen und Marktuntersuchungen für die Region Schladming durchgeführt hat. "Ein pauschales Aus vor allem für niedrig gelegene Skigebiete ist grundlegend falsch", lautet die Kernaussage von Pröbstl.

Pröbstl kritisiert, dass lokale Fakten, wie das Kleinklima, Relief und Exposition bei globalen Urteilen oft nicht berücksichtigt werden. "So sind in Schladming die Voraussetzungen für die Beschneiung durch den engen Talraum in tiefen Lagen oft besser als über 1.000 Meter Höhe", führt Pröbstl weiter aus. Demnach bleibt etwa für die Verantwortlichen in Schladming aufgrund des Temperatur-Szenarios bis zum Jahr 2030 Zeit, um Anpassungen der touristischen Strukturen und Angebote vorzunehmen.

Die österreichische Seilbahnwirtschaft hat das Problem längst erkannt und investiert jedes Jahr hunderte Millionen in neue Beschneiungsanlagen. "Von den rund 523 Mio. Euro an Investitionen für die aktuelle Wintersaison entfielen alleine 127 Mio. Euro auf die Beschneiung", so Erik Wolf, Geschäftsführer des Fachverbands der Seilbahnen Österreichs. Rein ökonomisch betrachtet gebe es keine Alternativen zum alpinen Wintersport. "93 Prozent des Branchenumsatzes werden im Winter erzielt. Einen derart schwachen Winter wie im letzten Jahr hätten die Skigebiete ohne die massiven Investitionen nicht überlebt", verdeutlicht Wolf. Denn eines hat eine Umfrage unter den Wintergästen eindeutig ergeben: Schneesicherheit und Höhenlage sind mittlerweile die wichtigsten Kriterien für einen Skiurlaub und mehr als 70 Prozent der Skifahrer sind bereits auf das Thema Klimawandel sensibilisiert.

So sehr die Investitionen in die Beschneiungsanlagen den Schlüssel zum Überleben darstellen, so stark wird auch die ökologische Diskussion über dieses Thema angeheizt. "Natürlich wäre es für die Natur besser, wenn man nicht beschneien würde. Dennoch sind im Bereich der Nordalpen aufgrund des wasserreichen Klimas keine negativen Auswirkungen zu spüren", so Pröbstl. Anders sehe dies in den südlichen Alpengebieten etwa in Südtirol aus, wo prinzipiell weniger Wasser zur Verfügung stehe. Außerdem sei die Beschneiung oberhalb von 1.500 Metern ebenfalls problematisch. "Der Renaturierungszeitraum oberhalb dieser Grenze ist bedeutend länger, in tieferen Lagen kann sich die Natur sehr gut darauf einstellen", führt Pröbstl aus.

Das Projekt STRATEGE hat drei Strategien zur Sicherung des Tourismus in den Alpen entwickelt, die parallel verwirklicht werden sollen. So soll einerseits der Wintertourismus durch ressourcenschonende Pistengestaltung, Beschneiung, Erschließung höherer Lagen und die betriebliche Risikoverteilung beibehalten werden. Als zweiter Punkt werden temporäre Ersatzmaßnahmen wie Serviceverbesserung oder auch eine Vergrößerung des Wellness-Angebots genannt. Dennoch müssen - als dritte Möglichkeit der zukünftigen Strategien - alternative Angebote für den Skitourismus entwickelt werden. Darunter fällt etwa die Stärkung des Ganzjahrestourismus, Aktivitäten ohne Schnee oder der verstärkte Sommertourismus.

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