18. December 2007
Kostenlose Solarenergie vermehrt nutzen
Modernes Fensterglas macht die Sonnenstrahlen direkt und kostenlos für die Wärmegewinnung der eigenen vier Wände nutzbar. Diese oft unterschätzte passive Solarenergie spielt bei der energetischen Planung eines Gebäudes aber eine große Rolle.
Doch diese für Bauherren und Hauseigentümer so wichtige Eigenschaft wird oft unterschätzt. „Die Wärmegewinne aus passiver Solarenergie spielen bei der Planung von energetisch vorbildlichen Gebäuden eine große Rolle“, sagt der Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes Flachglas, Jochen Grönegräs. Deshalb fordert die Bauglasbranche, die passive Solarenergienutzung eines Hauses in der für 2009 anstehenden Änderung der Energieeinspar-verordnung (EnEV) verstärkt zu berücksichtigen.
Gebäude haben mit etwa 40 Prozent einen hohen Anteil am gesamten Energieverbrauch in Deutschland. Mit ihrem Klimaschutzprogramm hat sich die Bundesregierung zum Ziel gesetzt, die Wärmedämmung zu verbessern und erneuerbare Energien zu fördern. Die Konsequenz: Schon 2009 wird die Energieeinsparverordnung um 30 Prozent verschärft. „Die Glasbranche kann diese Anforderungen schon heute erfüllen. Der Wärmeverlust von Fenstern wurde in den vergangenen 30 Jahren um nahezu vier Fünftel gesenkt“, sagt Grönegräs.
Nicht nur ihre Wärmedämmung macht Fenster auf dem neuesten Stand der Technik zu einem wichtigen Bestandteil von Energiesparhäusern. Anders als Wände oder Dächer ist das transparente Bauelement Verglasung nämlich auch in der Lage, den Heizwärmeverbrauch unmittelbar durch Nutzung der Sonnenenergie zu senken. Diese Fähigkeit moderner Fenster erleben Hausbesitzer im Herbst und im Frühjahr, wenn die Sonne tief am Horizont steht und das Glas die einfallenden Sonnenstrahlen in Wärme umwandelt. So verkürzt sich die Heizperiode und die Hausbewohner sparen Heizkosten.
Passivhäuser nutzen dieses Prinzip bei richtiger Planung konsequent aus, so dass sie völlig auf eine konventionelle Heizung verzichten können. Nach Aussage des Darmstädter Passivhaus Institutes kann eine Drei-Scheiben-Wärme-dämmverglasung für einen hohen Wärmegewinn sorgen und die Lebensqualität der Bewohner verbessern.
Wer aber als Käufer oder Mieter einer Immobilie im „Energiepass“ nach den solaren Energiegewinnen eines Hauses fahndet, sucht vergebens. „In dieser Hinsicht ist die aktuelle Energieeinsparverordnung ein Rückschritt, denn bis 2002 wurde die solare Strahlungsenergie mit der sogenannten „Energiebilanz“ noch ausdrücklich bewertet“, kritisiert Grönegräs. Der Bundesverband Flachglas setzt sich dafür ein, den Wärmegewinn durch die Fenster in der anstehenden EnEV 2009 auch bei der energetischen Gebäudemodernisierung zu berücksichtigen.
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