19. March 2008
Massiver Anstieg von CO2-Emissionen in China
Schlechte Nachrichten fürs Klima: In China steigen die Treibhausgas-Emissionen viel schneller an als bisher angenommen. Die CO2-Emissionen aus US-Kraftwerken haben ebenfalls zugenommen. Schuld sind veraltete Technologien.
 | China ist mittlerweile der weltweit größte Klimasünder.  |
Weltweit ist die Reduktion von Treibhausgasen ein wichtiges Thema. Zwei soeben veröffentlichte Berichte zeigen jedoch, dass es um den Klimaschutz immer noch schlecht bestellt ist: Chinas CO2-Emissionen steigen nach der Untersuchung von Maximilian Auffhammer von der University of California in Berkeley von 2004 bis 2010 um mindestens 11 Prozent jährlich. „Die Emissionsrate übertrifft die schlimmsten Befürchtungen und das bedeutet wiederum, dass eine Stabilisierung der CO2-Emissionen viel, viel schwieriger zu erreichen sein wird“, meint Auffhammer.
Rasantes Wirtschaftswachstum
Um den Hunger nach Strom zu stillen, ist in den vergangenen Jahren nahezu alle zwei Wochen ein neues Kohlekraftwerk in Betrieb gegangen. Eine derart rasante wirtschaftliche Entwicklung wie jene in China sei bisher in der Geschichte der Menschheit noch nicht da gewesen, sagen Experten. Bei ihren Berechnungen gingen Auffhammer und sein Team von einem Wirtschaftswachstum zwischen 2,5 und 5 Prozent jährlich aus.
China hat USA überholt
Die Befürchtung, dass China das gesamte Kyoto-Protokoll zunichte machen könnte, steigt. Für Entwicklungs- und Schwellenländer wie China, Indien und Brasilien gibt es nämlich keine Emissionsbeschränkungen. China habe erst kürzlich die USA als größten CO2-Emittenten überholt, berichtet das Wissenschaftsmagazin National Geographic unter www.nationalgeographic.com. Ziel des Kyoto-Abkommens ist es, die Treibhausgasemissionen im Zeitraum von 2008 bis 2012 um durchschnittlich 5,2 Prozent unter das Niveau von 1990 zu senken.
50 Jahre alte Kraftwerke in den USA
Jüngste Ergebnisse des Environmental Integrity Project (EIP) haben indes gezeigt, dass auch in den USA die Kraftwerke Strom alles andere als umweltschonend herstellen: Allein von 2006 auf 2007 sind die CO2-Emissionen von Kraftwerken um 2,9 Prozent angestiegen. Das ist der höchste Wert seit 1998. Die Gründe für die starken Zuwächse an Emissionen liegen vor allem in der überholten und veralteten Technik. Auch in den USA gibt es Kraftwerke, die 50 Jahre alt und immer noch in Betrieb sind.
Ähnlich wie in China wird in den USA vielerorts Kohle zur Erzeugung von Strom verwendet. Texas war übrigens der Bundesstaat mit den höchsten CO2-Emissionen und generell auch jener mit den stärksten Zuwächsen seit zehn Jahren.
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