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29. August 2008

Klimaanlagen oft überflüssig

In den vergangenen 15 Jahren hat sich einer Schweizer Untersuchung zufolge der Energieverbrauch durch die Gebäude Klimatisierung mehr als verdoppelt. Die Forscher erwarten sich eine Fortsetzung dieses Trends, obwohl Studien zufolge die Klimatisierung gar keinem wirklichen Bedürfnis entspreche.

Klimaanlagen oft überflüssig

Allein Jahr 2005 haben Klimaanlagen 2,8 Prozent des in der Schweiz verbrauchten Stroms und der Hälfte der Stromproduktion des Atomkraftwerks Mühleberg benötigt. Zu diesem Schluss kommt eine aktuelle Studie des Schweizerischen Nationalfonds SNF, die im Rahmen des Nationalen Forschungsprogramms "Nachhaltige Siedlungs- und Infrastrukturentwicklung" durchgeführt wurde. Nun suchen Experten nach einer Trendumkehr.

Der Stromverbrauch für Klimaanlagen hat sich zwischen 1990 und 2005 von 711 auf 1.591 Gigawattstunden verdoppelt. Wenn dieser Trend anhält, wird der Verbrauch bis 2020 insgesamt 2.264 Gigawattstunden erreichen. Zudem könnte diese Entwicklung sich durch besondere Ereignisse - wie etwa dem heißen Sommer 2003 - noch einmal deutlich nach oben bewegen und damit den Stromverbrauch in die Höhe schnellen lassen. Um diesen Trend zu bremsen, haben Forschende des Ingenieurbüros Planair, des Instituts für Gesundheitspsychologie der Universität Lausanne und des Laboratoriums für Solarenergie und Gebäudephysik der ETH Lausanne einen Maßnahmenkatalog ausgearbeitet, mit dem auch in Dienstleistungs- und Wohngebäuden ohne systematische Klimatisierung ein angenehmes Raumklima sichergestellt werden soll.

Nach Ansicht der Forscher sind Klimaanlagen keine Notwendigkeit. Sie sind überzeugt, dass sich mit den von ihnen vorgeschlagenen Maßnahmen auch im Sommer ein angenehmes Raumklima bewahren lässt. Hinsichtlich der Baumaterialien, aber auch beim Sonnenschutz und der Belüftung könne man viel von den Erfahrungen in südlichen Ländern lernen. Wenn eine Klimatisierung aber tatsächlich gerechtfertigt ist, sollten die bestehenden Anlagen optimal genutzt werden, indem ein Raum beispielsweise eher nachts als am Tag gekühlt wird.

Aus Befragungen konnten die Forscher deutlich erkennen, dass der Begriff Hitze vor allem im Zusammenhang mit dem Arbeitsplatz verwendet wurde und kaum je für das Zuhause. Dies hänge mit einem Gefühl der Selbstbestimmung zusammen: Zuhause fühlen sich Menschen dem Problem weniger ausgeliefert, da sie aktiv Gegenmaßnahmen wie etwa den Standort oder die Kleidung wechseln, ergreifen können. Die Zufriedenheit der Angestellten könnte wesentlich vergrößert werden, wenn diesem Gefühl in der Geschäftswelt besser Rechnung getragen würde. Vorstellbar wären etwa individuell gestaltbarer Arbeitsplätze anstelle von Open-Space-Büros.

Deutlich auffallend war in den Forschungsergebnissen auch, dass Personen, die ein Auto mit Klimaanlage besitzen oder die in einem klimatisierten Raum arbeiten, eher von der Notwendigkeit der Klimatisierung in den Sommermonaten überzeugt sind, als jene, die dies nicht haben. Einen Einfluss auf die subjektiv empfundene Luftqualität habe auch das Alter und die Zahl der Personen, mit denen ein Büro geteilt wird. Die Art der Arbeit, das Einkommen, das Geschlecht, das Körpergewicht und auch eine regelmäßige sportliche Betätigung spielen hingegen keine Rolle.

Kommentare

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