4. February 2009
Staatliche Förderungen stabilisieren Heizungsmarkt
Der deutsche Heizungsmarkt hat trotz wirtschaftlich schwieriger Umstände ein robustes Jahr hinter sich. Dank umfangreicher Förderungen durch den Staat darf die Branche auch 2009 optimistisch bleiben. Davon sollen hauptsächlich Bauherren und Modernisierer direkt profitieren.
Umwelt und Unternehmen sollen gleichzeitig zu Nutznießern eines effizienten Konjunkturprogramms werden. Wie der Bundesindustrieverband Deutschland Haus-, Energie- und Umwelttechnik (BDH) mitteilt, nehmen Erneuerbare Energien bei der Modernisierung veralteter und der Errichtung neuer Heizanlagen einen immer größeren Stellenwert ein und verhalfen dem Sektor im Vorjahr zu einem zwölf Prozent starken Wachstum. Angesichts der attraktiven Förderangebote für energiesparendes und klimaschonendes Heizen sei ein "verhalten optimistisches" Jahr mit einer "weiterhin guten Nachfrage" zu erwarten.
Der Bund stellt allein 2009 eine Fördersumme von bis zu 500 Mio. Euro im Bereich Erneuerbare Energien in Aussicht. Neben niedrigeren Heizkosten und einem Beitrag zum Klimaschutz winken den Eigentümern dadurch Investitionen für die Modernisierung der Heiztechnik, die Verringerung von Schadstoffemissionen oder eine effektivere Wärmedämmung. Als wichtigstes Förderinstrument fungieren dabei Kredite der KfW, die etwa im Programm "Ökologisch Bauen" ab einem Effektivzins von 2,57 Euro vergeben werden. Sanierungsvorhaben werden neben Billigst-Krediten zu einem Zinssatz von 1,41 Prozent auch direkt unterstützt. Ähnlich der PKW-Abwrackprämie wird darüber hinaus beispielsweise der Tausch veralteter Heizkessel bei gleichzeitiger Installation einer Solarthermieanlage gefördert.
"2008 verzeichneten wir einen Strukturwandel am Heizungsmarkt. In 45 Prozent der Investitionsfälle werden heute bereits Erneuerbare Energien eingekoppelt", erläutert BDH-Präsident Klaus Jesse. Von dem Trend hätten besonders die Anbieter von Solarthermieanlagen profitiert, die ihren Absatz gegenüber dem Vorjahr mehr als verdoppeln konnten. Dabei finden Heizungsbauer hierzulande ein weiterhin boomendes Segment mit riesigem Volumen vor. So seien derzeit nur rund zwölf Prozent der bundesweit verwendeten Heizungskessel auf dem Stand der Technik, was einen überproportional hohen Energieverbrauch zur Folge habe. Die sich daraus ergebenden Heizkosten sind dem BDH zufolge künftig kaum mehr bezahlbar, was die Nachfrage nach sparsamen Lösungen nährt. Neben den Förderbedingungen sei das steigende Verbraucherbewusstsein zugunsten des Umweltschutzes sowie der eigenen Kostenvorteile für ein anhaltendes Wachstum des Sektors ausschlaggebend.