20. February 2009
US-Immobilien im internationalen Ausverkauf
Der internationale Ausverkauf von US-Immobilien hat begonnen. Angesichts des enormen Preislochs etabliert sich ein neuer Trend. Die Spottpreise, die die Häuserkrise mit sich brachte, locken immer mehr internationale Schnäppchenjäger in die Staaten, um Eigenheime oder Investitionsobjekte zu ergattern.
 | Foto: Immobilienversteigerungen in Nevadas Hauptstadt Carson City  |
Darüber hinaus garantieren Zwangsvollstreckungen zahlungsunfähiger Hausbesitzer wohlhabenden Interessenten außergewöhnlich günstige Konditionen. Die inneramerikanische Nachfrage ist im Zuge der Konjunkturkrise im Vorjahr jedoch eingebrochen. Immobilienfirmen organisieren daher mittlerweile besonders gerne Reisen für ausländische Käufer, um die Absatzzahlen anzukurbeln. Hauptsächlich potenzielle Kunden aus China scheinen dem Ruf zu folgen.
Die Zahl der Zwangsversteigerungen US-amerikanischer Eigenheime ist im Januar gegenüber dem Vormonat zwar um rund zehn Prozent gesunken. Einer Erhebung des Immobilienspezialisten RealtyTrac zufolge befindet sie sich im Vorjahresvergleich jedoch mit einem Plus von 18 Prozent auf rund 274.000 verkaufte Objekte weiterhin auf einem ungewohnt hohen Niveau. Im US-Bundesstaat Nevada ist mit der höchsten Zwangsvollstreckungsrate mittlerweile jeder 76. Haushalt bedroht. Dahinter folgt Kalifornien, wo jedes 173. Eigenheim vor der Zwangsversteigerung steht. Insgesamt mussten allein im Januar knapp 67.000 Immobilien an Gläubiger und Kreditgeber übergeben werden - um 45.000 Objekte mehr als im Vorjahr. Dem Wirtschaftsdienst der Ratingagentur Moody's nach ist 2009 eine weitere Steigerung von Zwangsvollstreckungen um 18 Prozent zu erwarten. Der Markt werde sich erst 2011 erholen.
Vermögende Immobilieninvestoren und Interessenten finden derzeit aber nicht nur in den USA günstige Gelegenheiten vor. "Die Käuferschicht hierzulande ist dennoch vornehmlich von Personen mit hohem Eigenkapital geprägt", meint Martin Miesler, Sprecher der Immobilienplattform Immobilien.NET. Dabei bietet sich bei Immobilien in diesem Jahr angesichts einer zunehmenden Marktberuhigung und vergleichsweise günstiger Preise sowie niedriger Geld- und Kapitalmarktzinsen ein vielversprechender Zeitpunkt für Investments. "Es zeichnen sich gute Einstiegsmöglichkeiten und ein Trend weg von der Miete hin zum Eigentum ab", so Miesler. Dem Experten nach suchen Interessenten in den wertstabilen Sachwerten besonders die hohe Sicherheit der Anlageform. Angesichts ihrer soliden Entwicklung sind Tiefstpreise nach US-amerikanischem Maßstab hierzulande auszuschließen.
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