9. June 2009
Neu gebaute Schule zum 3-Liter-Haus optimiert
Während einer dreijährigen Betriebsoptimierung hat die „Gebhard-Müller-Schule“ in Biberach ihren Energieverbrauch um 30 Prozent senken können und ist damit eine 3-Liter-Haus-Schule. Auch die Ergebnisse einer Schülerbefragung bestätigen den Erfolg des Gebäudekonzepts.
Parallel dazu lief für das Gebäude ein zweieinhalbjähriges Monitoring. Der jetzt vorliegende Abschlussbericht präsentiert die Ergebnisse. Das BINE-Projektinfo „Komfortabel Lernen und Arbeiten“ hatte Ende 2006 das erste Betriebsjahr des innovativen Schulgebäudes vorgestellt.
Im September 2004 hatte hier der pädagogische Alltagsbetrieb begonnen. Rund 1.600 Schüler und ihre Lehrer lernen und lehren in diesem neu gebauten, aus Mitteln der Energieforschung des Bundeswirtschaftsministeriums geförderten Schulzentrum. Bei einer inzwischen durchgeführten Schülerbefragung schnitt die Schule mit guter Bewertung ab.
Die wärme- und kältetechnische Versorgung der Schule basiert auf einer, das Grundwasser nutzenden Wärmepumpenanlage in Kombination mit Thermoaktiven Bauteilsystemen (TABS). Im ersten Messjahr 2005 lagen die Energiekennwerte noch leicht über den Planungszielen. Im Zuge der Betriebsoptimierung führten u. a. folgende Maßnahmen zum Erfolg: eine Senkung der Vorlauftemperatur und Optimierung der Steuerung der Wärmepumpenanlage, reduzierte Betriebszeiten bei der Lüftungsanlage und eine optimierte Steuerung der Betonkerntemperierung. Der Heizwärmeverbrauch sank von 37 kWh/m²a (NGF) im Jahr 2005 auf mittlerweile 26 - 27 kWh/m²a in den Jahren 2007 und 2008. Im selben Zeitraum gingen die Stromverbräuche für die Wärmepumpen, die Lüftung und die Umwälzpumpen um bis zu 50% zurück. Durch die Betriebsoptimierung hat die Schule Biberach die Projektziele des Förderprogramms Energieoptimiertes Bauen (EnOB) erfüllt. Ein wesentlicher Faktor für den Erfolg war die intensive Zusammenarbeit zwischen der Schule und ihrem Haustechniker mit dem Team der wissenschaftlichen Begleitforschung.
Auch die Ergebnisse der Schülerbefragung bestätigen den Erfolg des Gebäudekonzepts. 99% der Schüler sehen ihre Schule technisch auf dem neusten Stand und 92% fühlen sich in der Schule „wohl“ oder „sehr wohl“. Die Frage, ob sie einem Bekannten den Besuch dieser Schule empfehlen würden, beantworten 86% mit einem „Ja“. Der Schulleiter berichtete in seinem Beitrag über die „Gebhard-Müller-Schule“ auf dem Schulsymposium des Bundeswirtschaftsministeriums Ende April in Biberach, dass die Schule seit dem Umzug einen verbesserten Notendurchschnitt in der Abiturprüfung verzeichnen kann. Nach seiner Beobachtung müsse auch der sehr pflegliche und verantwortungsbewusste Umgang der Schülerinnen und Schüler mit dem Gebäude lobend erwähnt werden.
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