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Schritt für Schritt zum Passivhaus

Jeder Neubau kann passiv werden

Passivhäuser erfordern heutzutage keine vollständig neue Bauweise mehr, so dass sie sich rein äußerlich nicht von ganz gewöhnlichen Neubauten unterscheiden müssen. Vielmehr kann jeder Neubau auch als Passivhaus realisiert werden. Eine Reihe von kleinen Schritten verbessert die Bauqualität der einzelnen Bauteile, die von einem gewöhnlichen Neubau zu einem Passivhaus führen. Sie unterscheiden sich in äußerlich kaum zu erkennenden Details: höhere Wärmedämmung, bessere Fenster, hohe Luftdichtheit und einer Wärmerückgewinnung aus der Abluft.

Investitionen für verbesserte Details: Die bessere Wärmedämmung wird durch mehr Dämmstoff und seine technische Anbringung erreicht, die besseren Fenster beinhalten eine beschichtete Scheibe mehr und sind in einen gedämmten Fensterrahmen gefasst, die Wärmerückgewinnung wird durch ein Luftkanalnetz erreicht und die Luftdichtheit muss zuerst einen Drucktest bestehen. Bei einem durchschnittlichen Reihenhaus mit Baukosten in Höhe von 100.000 Euro belaufen sich die Kosten der Mehrinvestition auf etwa 8% der Baukosten, sprich, auf 8.000 €.

Der Heizwärmebedarf sinkt: Jeder einzelne Schritt, der einen Beitrag zu höherer Energieeffizienz leistet, verringert den Wärmebedarf ein wenig. In der Summe aller oben genannten Maßnahmen reduziert sich der Verbrauch auf weniger als ein Siebtel des ursprünglichen Verbrauchs. Die Einzelschritte verändern den Charakter des Hauses in keiner Weise: Es bleibt ein ganz normales Wohngebäude. Es verändert sich nur der Bedarf an Heizenergie, dieser allerdings deutlich.

Passivhäuser machen sich bezahlt - und dabei wird der Zusatznutzen, nämlich gute Luftqualität und die individuelle thermische Behaglichkeit, nicht mit einberechnet. Die Kosten für die oben aufgeführten Mehrinvestitionen in die verbesserte Bau- und Haustechnik liegen in der Summe bei unter 5 Cent/kWh und sind damit günstiger als der Zukauf von Energie zu heutigen Marktpreisen. Künftige Energiequellen liefern die Kilowattstunde generell zu höheren Preisen - das gilt für Wind-, Solar- und Biomasseenergie. Es ist sinnvoll, die bestehenden Möglichkeiten für eine erheblich bessere Energieeffizienz auszunutzen - so wie es Passivhäuser tun.

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